Viel Wind und große Wellen bei der WM auf Sardinien

Von Sonntag, den 10.09.2017 bis Samstag, den 16.09.2017 war die WikiWiki mit Besatzung Robert Heymann (MSVB), Thomas Schüler (MSVB), Ulli Blumeyer (YCBG) und David Greiner (MSVB) zur J/70 Weltmeisterschaft auf Sardinien.

Wir erreichten mit der WikiWiki auf dem Trailer Porto Cervo im Norden Sardiniens am Sonntag gegen 13 Uhr. Aufgrund schwerer See hatte unsere Fähre einige Stunden Verspätung. Nun nun hieß es, die WikiWiki schnellstmöglich aufzuriggen und zur Vermessung zu bringen. Anders als bei 7 anderen Teams (fünf Teams aus Italien, ein russisches Team und ein brittisches Team) konnten wir die Vermessung reinen Gewissens absolvieren, die WikiWiki ins Wasser kranen lassen und nach einigen weiteren Vorbereitungsarbeiten den Abend in unserer Unterkunft gesellig ausklingen lassen. Bei den sieben angesprochenen Teams wurden hauptsächlich Manipulationen am Kiel festgestellt, welche die sofortige Disqualifikation von der WM zur Folge hatte. Als Einheitsklasse gelten strenge Klassenvorschriften welche hier streng durchgesetzt wurden.

Das für den Montag angesetzte Practice Race, um Startabläufe und das Revier kennenzulernen, konnte leider auf Grund zu starkem Windes nicht stattfinden. An Land wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 65kn (12 Windstärken) gemessen, auf dem Wasser vor dem Hafen bis zu 85kn. Bei einem Klassenlimit von 5-25kn Windgeschwindigkeit war an Segeln hier nicht zu denken.
Diese - durch den Mistral verursachten - starken Windgeschwindigkeiten hielten bis Mittwochabend an und verzögerten den ersten Start bis zum Donnerstag. Die ersten drei Tage waren also von Last-Minute-Reparaturen am Schiff und Hafenspaziergängen geprägt. Über das Funkgerät erhielten wir stündliche Wetter- und Regattaupdates. Gegen 15 Uhr wurden die ersten Tage stets durch die Regattaleitung abgebrochen.


Die Flotte läuft aus

Erst am Donnerstag, als klar war „heute wird gesegelt“ wurde deutlich, wie viele Teams bei der WM antreten. Wenn 161 J/70-Teams gleichzeitig den Hafen verlassen, ergibt das ein imposantes Bild.

Geplant und durchgeführt wurden für den Donnerstag drei Rennen.
Anhand der Ergebnisse dieser drei Rennen wurden die Teilnehmer in einen Gold- und einen Silber-Fleet geteilt. Wie der Großteil der 32 deutschen Teams sind auch wir im 79 Team starken Silber-Fleet gelandet. Zu stark und zu ungewohnt war die große Welle. Natürlich war auch die Konkurrenz nicht ohne. Das Feld war geprägt von aktuellen und ehemaligen Olympiateilnehmern und -siegern sowie ehemaligen und amtierenden Weltmeistern aus den verschiedensten Bootsklassen, die das Niveau stark nach oben trieben.

Ziemlich ernüchtert liefen wir nach dem ersten Regattatag wieder in den Hafen ein und analysierten unsere Stärken und Schwächen. Den Abend ließen wir beim vom Yachtclub Costa Smeralda organisierten, täglichen „Social Event“ ausklingen. Kleine Leckereien und Freibier ließen uns Kraft und Mut für den kommenden Tag tanken.


Erst zu viel dann zu wenig Wind

Der Freitag begann mit guten Windbedingungen. Wir absolvierten die erste Wettfahrt mit einer ähnlichen Platzierung (Platz 66 von 79) wie am Vortag. Die Zweite Wettfahrt wurde schließlich auf Grund fehlenden Windes abgebrochen. Nach einstündiger Wartezeit wurde der Regattatag durch die Wettfahrtleitung beendet und wir segelten mit einer leichten Brise unter Gennaker zurück in den Hafen.


Es geht doch

Am Samstag erwarteten uns nochmal starke Winde. Zum Zeitpunkt des ersten Ankündigungssignales wurden um 24-25kn gemessen. Während der ersten Wettfahrten frischte der Wind nochmal anständig auf sodass wir ordentlich zu kämpfen hatten. Tendenziell haben wir uns an die Bedingungen gewöhnt und fuhren im ersten Rennen auf Platz 52 von 79 Teams im Silver-Fleet ein. Das zweite Rennen lief noch besser. Unter Gennaker erreichten wir eine Bootsgeschwindigkeit von 16,5 Knoten. Die Manöver konnten wir im Laufe des Jahres sehr gut trainieren, was sich hier ausgezahlt hatte. So freuten wir uns doch sehr, als wir mittlerweile bei den Halsen kaum noch an Geschwindigkeit verloren und während des Manövers nicht aus dem Gleiten geraten sind. Das wurde mit einem Platz 44 belohnt.

Nach diesem Rennen war die Weltmeisterschaft ausgesegelt und der neue Weltmeister stand fest.
Mit konstanten Platzierungen (3, 1, 1, 2, 1, 3) ging der Weltmeistertitel verdient an die RELATIVE OBSCURITY (USA 49) mit Steuermann Peter S. Duncan vom American Yacht Club in die Vereinigten Staaten.

Die beste deutsche Platzierung (Platz 28 im Gold-Fleet) konnte das Team um Magnus Simon vom Mühlenberger Segel-Club ersegeln. An dieser Stelle möchten wir herzlich gratulieren.


Keine Regatta ohne Lerneffekt

Die für uns größten Baustellen werden in naher Zukunft weiterhin sein, einen noch besseren Bootstrimm zu erarbeiten, das Segeln auf großer Welle zu optimieren und evtl. für Regatten unter diesen Bedingungen das Team um eine Person zu erweitern. Anders als der Großteil der deutschen Teams, die meist mit einer vierköpfigen Besatzung antraten, haben wir auch viele 5- und 6-köpfige Mannschaften gesehen die durch das erhöhte Teamgewicht den starken Winden doch deutlich besser die Stirn bieten konnten.


Wie es weitergeht

Die WikiWiki ist mittlerweile wieder in Deutschland und wird für die nächste Regatta, den Senatspreis am 14./15. Oktober beim Berliner Yachtclub, vorbereitet.

 

Ein großes Dankeschön geht natürlich wieder an die Sponsoren, ohne die wir nicht an der WM hätten teilnehmen können:

Deserv Dellenservice http://www.deserv-dellenservice.de/
Musto - Peter Frisch GmbH http://www.frisch-zentrale.de/
Onesails http://www.onesails.de/
Privatbrauerei Heymann https://www.facebook.com/BrauereiHeymann/

Videos und Links:

Ergebnisse: http://www.yccsfiles.com/results/j70w/j70w17.htm

Video Tag 1:

Video Tag 2:

Video Tag 3:

Video Tag 4:

Video Tag 5:

Bilder: www.marcoferrando.it/sardegna_audi_j_70_world_campionship-r9573

Auch wir haben mittlerweile eine Facebook-Seite welche euch stets mit aktuellen Informationen versorgt.
Folgt uns unter: https://www.facebook.com/wikiwikisailingteam/

mit seglerischem Gruß 

TEAM WIKIWIKI